Antistatisch
Antistatisch beschreibt die Fähigkeit eines Materials, sich nicht elektrostatisch aufzuladen oder zumindest diese Aufladung zu behindern. Die Hauptursache für eine elektrostatische Aufladung ist der Mensch selbst. Eine elektrostatische Aufladung
entsteht durch Reibung an Kunststoffen (z.B. bei Stoffen aus Kunstfasern). Physikalisch gesehen lädt sich dabei ein Part negativ (-), der Gegenpart positiv (+) auf. Dieses Ungleichgewicht wird in der Regel kompensiert durch die Umgebungsluft oder kann durch die Berührung eines elektrisch leitfähigen Gegenstandes (Türklinken, metallische bzw. leitfähige Materialien) abfließen.
Luftfeuchtigkeit/hydrophil
Begünstigt wird die Neigung sich elektrisch aufzuladen durch einen hohen Kunststoffanteil in Stoffen und am Produkt, sowie bei einer zu geringen Luftfeuchtigkeit von ca. 30-40% (ideal sind 50-60%, beispielsweise wahrend der Wintermonate). Abhilfe schaffen eingewebte Metallfäden, Kohlefasern oder die Ausrüstung des Stoffes mit feuchtigkeitsaufnehmenden (hydrophilen) Präparaten (Anti-Elektrostatika). Diese verbessern aufgrund Ihrer Leitfähigkeit oder feuchtigkeitsaufnehmenden Ausrüstung die Abgabe entstehender Spannungen an die Umgebungsluft. Antistatisch ausgerüstete Stühle sind nicht leitfähig, sondern vermindern oder verhindern lediglich die Neigung sich statisch aufzuladen.
Leitfähigkeit
DIN EN 61340-5-1
Leitfähigkeit beschreibt die Fähigkeit elektrische Strome zu leiten. Die Anforderungen an die Leitfähigkeit von Büro- und Arbeitsdrehstühlen sind in der DIN EN 61340-5 Teil 1 geregelt (in einigen Unterlagen wird die Vorgänger-DIN EN 100 015 noch erwähnt, welche jedoch durch die DIN EN 61340 ersetzt wurde). Gemessen wird dabei der Oberflächenwiderstand, der Ableitwiderstand, der Durchgangswiderstand sowie die Spannungsabfallcharakteristik. Die Werte werden ermittelt zwischen der Rückenlehne, der Sitzflache und der Armlehne, jeweils zum Bodenbelag. Um die Spannung abzuleiten ist es zudem erforderlich, folgende leitfähige Komponenten auf elektrisch leitfähigen Fußboden zu verwenden: Gasfedern, Fußkreuze und Rollen.
EGB/ESD
Üblicherweise sind leitfähige Bürodrehstühle oder Arbeitsstühle bei Arbeiten EGB mit hochsensiblen elektrostatisch gefährdeten Bauteilen (EGB), z. B. in der Mikrochip-Fertigung, erforderlich, um eine Zerstörung der Bauelemente durch ESD elektrostatische Entladungen (ESD = electrostatic discharge) zu vermeiden. Um die Leitfähigkeit sicherzustellen, muss der Bodenbelag, auf dem der Stuhl zum Einsatz kommt, leitfähig ausgestattet sein, da sonst die Spannung nicht abfließen kann.
schließen...